Josco Wilke bei den Paralympics Paris 2024 - Bildquelle: Florian Schwarzbach / DBS: info@bb-photos.de
Josco Wilke bei den Paralympics Paris 2024 - Bildquelle: Florian Schwarzbach / DBS: info@bb-photos.de

Rollstuhlrugby-WM in São Paulo

Vom 17. bis 24. August war die deutsche Rollstuhlrugby Nationalmannschaft zu Gast bei der Weltmeisterschaft in São Paulo. Darunter der Leipziger Josco Wilke vom Leipziger Behinderten- und Rehasportverein. 

Das Team befindet sich seit 2018 in einem Umbruch bei dem neue junge Spieler/-innen aufgebaut werden. Wilke gehört zu den ersten der neuen Generation und gilt als der weltbeste Spieler in seiner Klasse. Zusammen mit Spielführer Marco Herbst, dem Wahlleipziger Jens Sauerbier und Britta Kripke erreichte die Mannschaft die Qualifikation für die Paralympics Paris 2024. Für ein gewonnenes Spiel der Außenseiter und Neulinge auf internationaler Bühne reichte es dort aber noch nicht. Mittlerweile wird das Team durch zwei weitere Frauen Mascha Mosel und Enya Schröder sowie durch den 16jährigen Jonte Küntze ergänzt. 

In São Paulo startete die Mannschaft unter schwierigsten Bedingungen – das Los hatte die denkbar schwerste Gruppe gebracht. Darin die Mannschaften von Frankreich, Großbritannien und Dänemark, die langjährig eingespielte Mannschaften sind und im internationalen Ranking vor den Deutschen stehen. Zudem Japan welches weltweit führend ist. Einzig Kolumbien aus der Gruppe steht den Deutschen auf dem Papier nach. Das Ziel für die Gruppenphase ist ein Sieg gegen Kolumbien und in Summe der 4. Platz in der Gruppe, um den Einzug ins Viertelfinale zu schaffen.

Das Auftaktspiel gegen Kolumbien brachte die Mannschaft um Herbst mit 44:57 nach Hause, der Pflichtsieg war erreicht. Das am gleichen Tag folgende Spiel gegen Japan ging erwartbar verloren. Die Japaner hatten 2024 in Paris die Goldmedaille geholt, sind aktuell Weltranglistenerste und waren nicht zu schlagen für die jungen deutschen Auswahlkader. Auch der Blick auf die anderen durchaus starken Mannschaften zeigt, dass Japan aktuell kaum zu schlagen ist. 

Am zweiten Gruppenspieltag standen die Spiele gegen Frankreich und Großbritannien auf der Agenda. Beide Spiele gingen verloren Gegen die starke britische und französische Mannschaft konnten die sich nicht behaupten, allerdings war der Abstand gegen Großbritannien zwischenzeitlich auf nur einen und schlussendlich mit 8 Punkten nicht völlig unerreichbar und zeigten das mit der Mannschaft durchaus zu rechnen ist. Nach dem Tag hatten Japan, Großbritannien und Frankreich die Plätze eins bis drei aus der Gruppe sicher, Deutschland stand mit Dänemark gleich auf dem 4. Platz und Kolumbien bildete das Schlusslicht. Ein Sieg gegen Dänemark am dritten Gruppenspieltag musste her. Beide Mannschaften waren auf Augenhöhe, die Dänen spielten schnell und mit viel Energie und Deutschland begegnete dem mit guten taktischen Zügen. Im ersten Viertel lagen die Mannschaft um Herbst mit 4 Punkten hinten. Nach dem zweiten Viertel waren es nur noch ein Punkt (27:26)! Im dritten Viertel konnten die Dänen den Vorsprung leicht ausbauen und das Spiel endete mit 51:57. Damit verpasste die deutsche Rollstuhlrugby-Nationalmannschaft den Einzug ins Viertelfinale der Weltmeisterschaft. 

Am darauffolgenden 21. August traf die Mannschaft im Crossover-Match auf Neuseeland. Es ging um den Einzug ins Spiel um Platz neun. Zunächst lagen die Deutschen über die gesamte Partie zurück, erkämpfte sich aber in der letzten Spielminute noch den Ausgleich und setzten sich in der Nachspielzeit durch. 

Das letzte Spiel für die deutsche Nationalmannschaft war erneut gegen Kolumbien. Dort kamen schließlich alle Spieler/-innen nochmal zum Einsatz und gewannen souverän mit 65:37. Die deutsche Bilanz: drei Siege, vier Niederlagen und am Ende Platz 9.

Ziel ist es sich in 2027 noch direkt für die Paralympischen Spiele in Los Angeles 2028 zu qualifizieren.

Finale Platzierungen der WM 2026:
Platz 1: USA
Platz 2: Australien
Platz 3: Japan
Platz 4: Großbritannien
Platz 5: Frankreich
Platz 6: Dänemark
Platz 7: Kanada
Platz 8: Niederlande
Platz 9: Deutschland
Platz 10: Kolumbien
Platz 11: Brasilien
Platz 12: Neuseeland

Das deutsche Team: 

Florian Bongard (32 / Bergisch Gladbach / RSG Koblenz), Moritz Brückner (27 / Starnberg / SF Illerieden „Donauhaie“), Marco Herbst (37 / Rendsburg / VfL Grasdorf), Jonte Küntzel (16 / Bremen / TSV Achim 1860 e.V), Britta Kripke (49 / Buchholz in der Nordheide / Alstersport e.V), Mascha Mosel (23 / Bremen / TSV Achim), Jens Sauerbier (39 / Magdeburg / SV Eiche 05 Biederitz), Enya Schröder (20 / Hannover / TSV Achim 1860 e.V), Maximilian Stolz (29 / Wittlich / Koblenz), Steffen Wecke (42 / Steckby / SV Eiche 05 Biederitz), Josco Wilke (25 / Leipzig / LBRS)

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Aktuelles(allgemein) Behindertensport