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Teilnehmende stehen in der Sporthalle in Gymnastikreifen.
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Quo vadis Inklusion im sächsischen Sport?

Der Sächsische Behinderten- und Rehabilitationssportverband (SBV) zieht eine positive Bilanz seines im Jahr 2018 gestarteten Projektes „miss – Mehr Inklusion im Sport in Sachsen“. Bis Ende 2023 wurde es durch die „Aktion Mensch“ gefördert. Diese Förderung ist aufgrund der Regularien der „Aktion Mensch“ zum Ende des vergangenen Jahres ausgelaufen.

„Mehr als zwei Dutzend sächsische Sportvereine haben in diesem Zeitraum begonnen, neue inklusive oder behindertensportspezifische Angebote aufzubauen“, berichtet Jana Wolsch, Leiterin des SBV-Inklusionsprojektes. Gleichzeitig ermöglichte die Projektförderung die Schaffung von mehreren Stellen für sogenannte Inklusionscoaches. „Der Einsatz dieser Inklusionscoaches ermöglicht uns, regional zu arbeiten. Sie beraten die Sportvereine vor Ort, unterstützen sie beim Aufbau inklusiver Strukturen, vernetzen sie mit anderen Akteuren und Institutionen und helfen bei der Organisation inklusiver Sportevents“, so Wolsch. Die Inklusionscoaches waren bis Ende 2023 bei drei sächsischen Stadt- und Kreissportbünden angesiedelt.

Nach dem Auslaufen der Förderung durch die „Aktion Mensch“ arbeitet der SBV an einer Überführung hin zu einer beständigen Förderung durch den sächsischen Landeshaushalt ab dem Jahr 2025. „Wir sind dazu in konstruktiven Gesprächen mit dem für Sport zuständigen Sächsischen Staatsministerium des Innern“, sagt die SBV-Vizepräsidentin für Behindertensport, Simone Zimmermann. Damit würde die Inklusion im Sport einen festen Anker im Freistaat Sachsen erhalten. „Gelingt dies nicht, würde dieses ambitionierte und wichtige Projekt vermutlich zum Erliegen kommen“, so Zimmermann. Bis zu der erhofften positiven Entscheidung wurde in Zusammenarbeit mit Vertretern des sächsischen Sozial- und des Innenministeriums für das Jahr 2024 eine Zwischenlösung gefunden, um das Inklusionsprojekt nahtlos fortzuführen. Bis Jahresende erfolgt die Finanzierung über die Landesdirektion Sachsen. Dadurch kann das Projekt weiterentwickelt werden. 
Ab 2024 sind es nun vier Inklusionscoaches, die regional in den Stadt- und Kreissportbünden Vogtland, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Leipzig und Chemnitz helfen, eine inklusive Sportlandschaft aufzubauen. Zudem wird der vom SBV vergebene „Inklusionspreis Sport für sächsische Vereine“ in abgewandelter Form 2024 wieder ausgeschrieben.
Des Weiteren ist es bereits gelungen, ein besonderes Projekt zu realisieren. Denn Inklusion im Sport hört nicht bei jenen auf, die den Sport betreiben, sondern betrifft unter anderem auch die Übungsleiter. „Die Übernahme von Verantwortung und Aufgaben im Sportverein soll für Menschen mit Behinderung ebenso möglich sein wie der Zugang zu den Sportangeboten selbst“, wie Vizepräsidentin Simone Zimmermann betont. Daher wurden vom SBV im März dieses Jahres erstmals elf Menschen mit geistiger Behinderung zu Co-Trainern ausgebildet. Diese Co-Trainer werden in ihren Vereinen nun gemeinsam mit ihren Übungsleitern Trainer-Tandems bilden. „Wir haben uns dabei an einem vom Badischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband entwickelten und dort seit Jahren bewährtem Konzept orientiert und diese Ausbildung unter anderem in leichter Sprache durchgeführt. Das Feedback der Teilnehmer war sehr positiv. Jetzt sind wir natürlich sehr gespannt, wie sich unsere neuen Co-Trainer in ihren Vereinen bewähren“, so Simone Zimmermann.

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