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Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen

Ein guter Moment, um sich klarzumachen:
Die größten Barrieren haben selten Stufen.
Sie haben Ausreden.
„Geht hier leider nicht.“
„War baulich nicht möglich.“
„Haben wir so noch nie gebraucht.“
Komisch, wie oft „nicht möglich“ genau da auftaucht, wo „nicht mitgedacht“ ehrlicher wäre.
Inklusion bedeutet nicht, dass Menschen mit Behinderung trotzdem teilnehmen dürfen.
Sondern dass eine Gesellschaft endlich so geplant wird, dass niemand „trotzdem“ sagen muss.
Ich lebe nicht trotz meiner Behinderung.
Ich lebe. Arbeite. Lache. Liebe. Nerve. Funktioniere. Scheitere. Gewinne.
Wie alle anderen auch. Nur mit mehr Planung und weniger Aufzügen.
Und nein — ich brauche kein Mitleid.
Mitleid baut keine Rampen.
Mitleid baut höchstens Distanz.
Was ich brauche, ist Selbstverständlichkeit.
Dass Barrierefreiheit nicht als „Sonderwunsch“ gilt,
sondern als das, was es ist: Grundausstattung einer respektvollen Gesellschaft.
Wenn du heute wirklich etwas bewegen willst, dann frag dich nicht:
„Wie kann ich helfen?“
Sondern:
„Warum ist das hier eigentlich noch nicht normal?“
Gleichstellung ist kein Extra.
Kein Bonus.
Kein Gefallen.
Sondern überfällig.

Zitat Tan Caglar - Quelle

 

Ein eindrucksvolles Statement von Tan Caglar zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Es ist persönlich, berührt und macht deutlich wie es sich anfühlt.
Dahinter steht sehr ernüchternd, dass mehr als 15 Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland,  gleichberechtigte Teilhabe für Menschen mit Behinderungen keine Realität ist. 
Dafür erleben wir rege Diskussionen auf allen behördlichen und politischen Ebenen über Sparmaßnahmen, die zu unzumutbaren Einschnitten in der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen führen würden. 
Menschenrechte sind nicht verhandelbar.

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Aktuelles(allgemein)