Paralympics Nachrichten
Para Triathlon-WM: Silber für Schulz
Zwei Medaillen hat die deutsche Para Triathlon-Nationalmannschaft bei den Weltmeisterschaften im spanischen Pontevedra gewonnen: Martin Schulz freute sich über Silber, Anja Renner holte mit Guide Maria Paulig Bronze. Das Podium knapp verpasst hat Valentin Hanzer – der 29-Jährige landete mit nur drei Sekunden Rückstand auf Bronze auf dem vierten Platz.
Paralympics-Sieger Martin Schulz wollte sich in Pontevedra wie vor drei Jahren als Weltmeister krönen, musste sich aber nach 01:00:22 Stunden in der Startklasse PTS5 dem Amerikaner Chris Hammer geschlagen geben, der 16 Sekunden schneller war. "Die Formkurve in den vergangenen Wochen ging steil nach oben und ich wollte hier gerne wieder Weltmeister werden. Es war leider nicht mein allerbester Tag, trotzdem habe ich Silber gewonnen und bin sehr glücklich damit", resümiert Schulz. Bundestrainer Tom Kosmehl betont, dass es zwar kein Glanztag gewesen sei. "Martin hat aber trotzdem alles aus sich herausgeholt.“ Mit Hammer habe Schulz nur dem amtierenden Paralympics-Sieger den Vortritt lassen müssen. Dritter wurde knapp dahinter der Portugiese Filipe Marques (01:00:26 Stunden).
Glücklich zeigten sich am Freitag auch Anja Renner und Guide Maria Paulig. Die beiden Athletinnen holten in der Startklasse PTVI der sehbehinderten Athletinnen mit einer Zeit von 01:09:44 Stunden Bronze hinter der Spanierin Susana Rodriguez (01:06:37 Stunden) und der Italienerin Francesca Tarantello (01:08:30 Stunden) – nur drei Wochen, nachdem Renner bei der Para Radsport-WM in den USA noch Vierte und Sechste geworden war. „Mit dem Resultat können wir mehr als zufrieden sein, vor allem weil ich heute keinen so guten Tag hatte“, betont Renner im Zielinterview. Schon das Schwimmen sei eher „so lala“ gewesen: „Ich war am Ende echt erleichtert, weil ich nicht damit gerechnet habe, dass es noch für den dritten Platz reichen würde.“ Bundestrainer Kosmehl zeigte sich beeindruckt: „Anja kann trotz der Doppel-Belastung mit Para Radsport und Para Triathlon sagen, dass sie alles richtig gemacht und die Reisestrapazen gut weggesteckt hat.“ Zwischenzeitlich hätte es nicht unbedingt nach einer Medaille ausgesehen, „doch die beiden haben stark gekämpft.“
Die erhofften zwei Medaillen hat das deutsche Team somit eingesammelt, eine große Überraschung verpasste allerdings Valentin Hanzer: Mit nur drei Sekunden Rückstand landete der 29-Jährige in der Startklasse PTS3 mit einer Zeit von 01:10:16 Stunden auf dem vierten Rang. „Eine wirklich sehr bemerkenswerte Leistung“, lobt Bundestrainer Kosmehl. Den Titel sicherte sich der Brite Henry Urand (01:07:17 Stunden) vor dem Spanier Daniel Molina (01:09:11 Stunden) und dem Griechen Stylianos Malakopoulos (01:10:13 Stunden). "Die Athletinnen und Athleten haben es spannend bis zum Schluss gemacht“, fasst Kosmehl die WM aus deutscher Sicht zusammen. Es habe sich erneut gezeigt, dass die Spitze immer enger zusammenrücke.
Der Blick richtet sich bereits Richtung Heim-WM in Hamburg im September 2027
Auch Neele Ludwig, die im Juni den EM-Titel gewann, habe gegen die starke außereuropäische Konkurrenz gut performt. Die 35-Jährige kam mit einer Zeit von 01:32:50 Stunden in der Klasse PTS2 als Siebte ins Ziel und wiederholte damit ihre Platzierung aus dem Vorjahr. Gold gewann Hailey Danz aus den USA (01:19:37 Stunden), gefolgt von der Australierin Anu Francis (01:22:07 Stunden) und der Japanerin Asumi Yasuda (01:23:45 Stunden).
Der Blick des Bundestrainers geht nun schon ins kommende Jahr, denn dort finden die Weltmeisterschaften in Hamburg statt – wie auch in Pontevedra gemeinsam mit den olympischen Athlet*innen. „Mit diesem Jahr sind wir sehr zufrieden, können mit einem Lächeln in die neue Saison gehen – und wollen dann noch ein bisschen draufpacken", kündigt Kosmehl an. Der Bundetrainer freut sich einerseits auf die besondere Atmosphäre vor heimischer Kulisse, andererseits betont er die Relevanz der nächsten WM für die Paralympischen Spiele in Los Angeles. „Wer bei den Weltmeisterschaften in Hamburg vorne mit dabei ist, hat einen entscheidenden Anteil für die Qualifikation in der Tasche." Entsprechend groß sei auch das Interesse weiterer deutscher Athlet*innen, vom 10. bis 12. September 2027 in Hamburg zu starten. Kosmehl betont jedoch, wie anspruchsvoll die Teilnahme an einer WM ist: „Da steckt ein knallhartes und ausgeklügeltes System dahinter. Am Ende startet die Crème de la Crème.“
Text: Mona Alker / Kevin Müller / DBS
Der deutsche Kader bei der Para Triathlon-WM:
Valentin Hanzer (29 / München / 1. FC Nürnberg Schwimmen), Neele Ludwig (35 / Hamburg / Tri-Bandits TSG Bergedorf), Anja Renner (40 / Neuburg/Donau / 1. FC Nürnberg Schwimmen) mit Guide Maria Paulig (32 / Ingolstadt / Team Icehouse), Martin Schulz (36 / Oschatz / SC DHfK Leipzig).
Zusätzliche Informationen
Allgemeine Infos
Das sind die paralympischen Spiele
Die paralympischen Spiele sind der sportliche Höhepunkt für die weltbesten Sportler/-innen mit einer Behinderung. Hauptsächlich treten Menschen mit einer körperlichen Behinderung bei den Paralympics an. Jedoch gehen auch Menschen mit einer Sehbehinderung (z.B. in den Sportarten Goalball, Para Schwimmen, Para Leichtathletik) oder mit einer geistigen Behinderung (z.B. Para Leichtathletik, Para Tischtennis, Para Schwimmen) an den Start. Dagegen starten Gehörlose bei den Deaflympics. Für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung veranstaltet Special Olympics die sogenannten Weltspiele.
Geschichte
Die ersten Paralympischen (Sommer-)Spiele fanden 1960 statt. Der Ursprung geht allerdings bis zum 28. Juli 1948 zurück. An diesem Tag fanden die 1. Sportspiele für Rollstuhlfahrer, die sogenannten Stoke Mandelville Games, parallel zu den olympischen Spielen von London statt.
IPC & NPC
Die paralympischen Spiele werden vom Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) organisiert. Die Spiele sind in Sommer- und Winterspiele aufgeteilt. Sie finden im gleichen Jahr und am gleichen Ort der olympischen Spiele statt.
Die Funktion des Nationalen Paralympischen Komitee (NPC) übernimmt in Deutschland der Deutsche Behindertensportverband (DBS). Der DBS ist Mitglied im NPC und der Dachverband des SBV.
Chancengleichheit durch Klassifizierung
Bei den Paralympischen Spielen gibt es ein Klassifizierungssystem, das die Sportler in unterschiedliche Kategorien einteilt. Je nach Art und Ausprägung der Behinderung starten die Sportler*innen in den jeweiligen Sportarten in unterschiedlichen Behinderungsklassen. Das Klassifizierungssystem soll Chancengleichheit in den Wettkämpfen ermöglichen.
Im Weitsprung werden Sportler/-innen beispielsweise in vier unterschiedliche Kategorien unterteilt. Athlet/-innen mit visueller Beeinträchtigung, intellektueller Beeinträchtigung, koordinativer Beeinträchtigung und unterschiedlichem Grad von Amputation bzw. einer anderen Beeinträchtigung. Athleten mit einer Bein- oder Fußprothese ist es freigestellt, mit welchem Bein sie abspringen.
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Die nächsten paralympischen Spiele
Sommer Paralympics 2028: 22. August bis 3. September 2028 in Los Angeles (USA)
Winter Paralympics 2030: 01. März bis 10. März 2030 in den Französischen Alpen
Sommer Paralympics 2032: 24. August bis 05. September 2032 in Brisbane (Australien)
Winter Paralympics 2034: 10. März bis 19. März 2034 in Salt Lake City (USA)