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13.07.2018 | FSG Medizin Hoyerswerda e.V. wünscht sich mehr Teilhabe

Mit einem Aktionstag „Inklusion im Sport“ hat die Freizeitsportgemeinschaft Medizin Hoyerswerda e.V. am 11. Juli 2018 ihr 60-jähriges Jubiläum begangen. Unser Mitgliedsverein gab seinem wichtigen Satzungsziel, die Teilhabe und Vielfalt im Sport zu fördern an diesem Tag eine besondere Bühne. Denn der Vorstand wünscht sich für die kommenden Jahre neue Sportangebote für Menschen mit Behinderung, Ältere und sozial Benachteiligte.

Was dafür zu tun ist, diskutierten Vertreter des Sports und der Politik am Vormittag auf einem öffentlichen Forum. Auf der Podiumsdiskussion kamen Chancen und Grenzen von Inklusion offen zur Sprache. Die Vizepräsidentin des Sächsischen Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes Simone Zimmermann wies unter anderem darauf hin, dass nicht jeder Sportverein in der Lage sein wird, inklusive Angebote zu machen. Die FSG-Vorsitzende Anke Stefaniak wünschte sich, dass Menschen mit Behinderung stärker auf den Verein zukommen und ihre Wünsche artikulieren. Silke Eichler, die Leiterin eines örtlichen Altenhilfezentrums der Diakonie, stellte ein Erfolgsbeispiel vor. Ihr Haus kooperiert für regelmäßige Bewegungsangebote im Pflegeheim mit der FSG Medizin, die ihrerseits Übungsleiter ausleiht. Lars Bauer, Geschäftsführer des Kreissportbundes Bautzen wies darauf hin, dass der Landkreis Bautzen als Modellregion Inklusion den Vereinen einen Leitfaden Inklusion an die Hand gibt. Er entstand im Rahmen eines MIA-Projektes „Mehr Inklusion für alle“.

Vortrag von Raul Krauthausen als Höhepunkt

In vielen Redebeiträgen wurde deutlich, dass Teilhabe dann gelingt, wenn Menschen respektvoll aufeinander zugehen. Dass die meisten Barrieren immer noch in den Köpfen bestehen, wurde am Nachmittag sehr eindrücklich klar. Der Verein hatte zu seiner Festveranstaltung für Mitglieder und Gäste den Berliner Inklusionsaktivisten Raul Krauthausen eingeladen. Der Mitbegründer der Sozialhelden e.V. und Gründer des Internetverzeichnisses für barrierefreie Plätze Wheelmap.org zeigte unterhaltsam und lehrreich zugleich, wie zum Beispiel Sprache Menschen ausgrenzen kann: „Ich leide nicht an Glasknochenkrankheit. ich wurde damit geboren und lebe damit mein Leben wie jeder andere Mensch auch.“ Hilfsmittel wie sein elektrischer Rollstuhl bedeuten für ihn keine Einschränkung, sondern Freiheit, solange diese Bewegungsfreiheit nicht unnötig eingeschränkt wird. Er brachte den Saal ein ums andere Mal zum Lachen, etwa damit: „Wenn Sie einen Menschen sehen, der an seinen Rollstuhl gefesselt ist, dann rufen Sie die Polizei!“

Unterstützt wurde die Veranstaltung durch die Seenland-Stiftung, die Stadt Hoyerswerda sowie unseren Sportverband.

 

Bild: Anke Stefaniak (1. Vorsitzende) mit  Raul Krauthausen (Aktivist, Autor, Redner und Berater für Inklusion und Barrierefreiheit); Bildquelle FSG Medizin Hoyerswerda e. V.

 

Links:

FSG Medizin: www.fsg-medizin.de

Leitfaden Inklusion KSB Bautzen: www.sportbund-bautzen.de/wp-content/uploads/2015/10/20170503-Leitfaden-barrierefrei.pdf

MIA-Projekt: www.mehr-inklusion-fuer-alle.de

Raul Krauthausen: www.raul.de

 

Quelle FSG Medizin Hoyerswerda e. V.



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