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01.12.2020 | Wahl Para Sportlerin des Jahrzehnts

„Ich freue mich wirklich unbändig“ Die ehemalige Monoskifahrerin Anna Schaffelhuber ist Deutschlands Para Sportlerin des Jahrzehnts – Andrea Eskau und Verena Bentele werden Zweite und Dritte.

Quelle: Oliver Kremer / DBS

Stolze fünf Mal war Anna Schaffelhuber Para Sportlerin des Jahres und ist nach ihren Ehrungen 2011, 2013, 2014, 2015 und 2017 auch Para Sportlerin des Jahrzehnts geworden: Von mehr als 10.000 Stimmen wählten 39,08 Prozent die ehemalige Monoskifahrerin, die dadurch die von Ottobock gestiftete Auszeichnung und eine von der Sparkassen-Finanzgruppe gestiftete Prämie in Höhe von 3000 Euro erhält. Auf Platz zwei folgte Andrea Eskau (20,18 Prozent), die in Winter und Sommer im Para Ski nordisch und Para Radsport erfolgreich ist und sich über 2000 Euro freuen darf. Dritte wurde Para Ski nordisch-Legende Verena Bentele (14,92 Prozent), die jüngst in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen wurde und 1000 Euro bekommt.

Dass die Ehrung in diesem Jahr coronabedingt nicht bei einem „Zusammentreffen der Sportfamilie“ in der Sportstadt Düsseldorf stattfinden konnte, mindert Schaffelhubers Freude über die Auszeichnung des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) nicht: „Ich freue mich wirklich unbandig und möchte mich allen Fans, Partnern, Förderern und meiner Mannschaft, die mich jahrelang sehr stark unterstützt hat, ganz herzlich bedanken. Es ist wunderschön, wenn ich zurückblicke. Mein Karriereende ist ein Jahr her und wenn ich diese Auszeichnung bekomme, denke ich an diese Karriere und schaue mit einem ganz anderen Blick auf diese zehn, zwölf Jahre zurück. Es ist Wahnsinn, wie viel ich da erlebt habe und man lässt das alles Revue passieren.“ Für Justus Wolf, langjähriger Bundestrainer Para Ski alpin, war es ein folgerichtiger Wahlerfolg: „Mich freut es enorm für die Anna, ich denke auch, dass sie es mehr als verdient hat.“

Ende November 2019 hatte Schaffelhuber ihre Karriere im Alter von 26 Jahren beendet, nachdem die Athletin vom TSV Bayerbach nahezu alles gewonnen hatte, was es für sie zu erreichen gab: Sieben Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille bei Paralympics, elf WM-Titel und sechs Gesamtweltcupsiege sind nur ein Auszug aus ihrer beeindruckenden Erfolgsbilanz. Schon mit 17 Jahren war sie bei den Paralympics in Vancouver dabei und gewann Bronze im Super-G. In Sotschi 2014 feierte sie dann die Anna-Schaffelhuber-Festspiele und krönte sich zur Königin der Piste: Bei fünf Starts gab es fünf Siege in Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Slalom und der Super-Kombination. Schaffelhuber wurde zum Gesicht des deutschen Para Sports und war überall zu sehen – mit nur 21 Jahren.

Die folgenden Jahre waren arbeitsintensiv: Der Druck, den sich Schaffelhuber durch den Fünffach-Triumph nach Sotschi und vor allem vor den Spielen 2018 in PyeongChang machte, war vermutlich für niemanden nachvollziehbar. Als sie diesem an Tag eins im Abfahrtsrennen standhielt und siegte, sagte sie gelöst: „Ich glaube, kein Mensch auf dieser Erde kann nachfühlen, wie ich mich heute fühle.“ Mit zwei Gold- und drei Silbermedaillen bei der Weltmeisterschaft 2019 gelang ihr dann ein „perfekter Karriereabschluss“ – der schon lange geplant war.

Schaffelhuber wusste schon immer, was sie wollte – auch abseits des Spitzensports: Die 27-Jährige, die ihr Referendariat an einer Realschule macht, engagiert sich schon lange für gesellschaftliche Teilhabe und hat mit ihren „Grenzenlos“-Sportcamps eine Möglichkeit geschaffen, Jugendlichen mit und ohne Behinderung Selbstbewusstsein und neue Kompetenzen zu vermitteln. „Anna wird uns fehlen“, hatte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher zu ihrem Karriereende gesagt, doch vielleicht kommt es auch zum Wiedersehen in aktiver Position: Schließlich hat die Para Sportlerin des Jahrzehnts immer die Türe offen gelassen, sich in der Nachwuchsarbeit im alpinen Skisport einzubringen.

In einer Online-Wahl konnte für die Para Sportlerinnen des Jahres von 2010 bis 2019 abgestimmt werden. Neben Schaffelhuber, Eskau und Bentele waren auch Irmgard Bensusan, Birgit Kober und Vanessa Low (alle Para Leichtathletik) nominiert.

Der DBS bedankt sich bei all seinen Partnern und Sponsoren, die die Ehrung der Para Sportler des Jahrzehnts unterstützen. Besonderer Dank gebührt:

  • Ottobock als Stifter der Auszeichnungen
  • Sparkassen-Finanzgruppe als Stifter der Prämien in Höhe von insgesamt 18.000 Euro


Designbild: Behindertensport Sprinter