Sie befinden sich hier: Startseite > Aktuelles > Deutsche Meisterschaften 2018 in Augsburg

30.07.2018 | Deutsche Meisterschaften 2018 in Augsburg

Vom 13. – 15.07.2018 fanden die diesjährigen Deutschen Einzel- und Mannschaftsmeisterschaften der blinden und sehgeschädigten, sowie der körperbehinderten Kegler wieder auf den 12 Bahnen des KSC Kegelzentrum Augsburg statt.


Auch in diesem Jahr waren die klimatischen Bedingungen in der Halle wieder sehr gewöhnungsbedürftig. Im Winter sei die Anlage ein Eispalast und im Sommer eine Sauna, so Einheimische, die es wissen müssen.
18 blinde und sehgeschädigte und 20 körperbehinderte Kegler aus Sachsen hatten sich für die Teilnahme an den 37. Deutschen Einzel- und Mannschaftsmeisterschaften qualifiziert.
Die Bilanz der Sachsen war wieder sehr gut.


Insgesamt wurde 6 x Gold, 6 x Silber und 4 x Bronze erkämpft.
Hinzu kommen 2 Bronzemedaillen in der Mannschaftswertung.
Wie in jedem Jahr, gingen am Freitag die blinden und sehgeschädigten Kegler im Einzel- und Mannschaftswettbewerb über jeweils 100 Wurf in die Vollen an den Start.


In der Wettkampfklasse 5 Seniorinnen konnte sich Christine Schoffer (ESV Dresden) mit 431 Holz gegen die 408 Holz von Adelheid Rother (CSV Siegmar) durchsetzen. Adelheid hat eine schwere Saison hinter sich. Als einzige sächsische Teilnehmerin konnte sie in den Sektionen Schere und Bohle Deutsche Meisterin werden. Herzlichen Glückwunsch!


Bei den Damen dieser WK sicherte sich Judith Dolny (ESV Lok Chemnitz) mit 459 Holz den Titel. Bronze gewann die Titelverteidigerin Kerstin Seerig (VSG BK Freiberg) mit 350 Holz.


Bei den Senioren dieser WK konnte sich Günter Wolfram (ESV Dresden) mit 374 Holz Bronze sichern.


Bei den Herren überzeugte Frank Gruner (ESV Lok Chemnitz) mit 426 Holz und gewann Gold.


Bei der WK 6a war keine Frau aus Sachsen vertreten. Bei den Seniorinnen gewann Adelheid Dörfert (ESV Lok Chemnitz) mit 488 Holz Silber. Bei den Herren und Senioren in der WK 6a holten die Sachsen keine Medaille.
Ilona Schwartz (VSG BK Freiberg) gewann in der WK 6b mit 429 Holz ebenfalls Silber.


Bei den Senioren dieser WK konnten Rainer Escher (ESV Lok Chemnitz) mit 530 Holz Gold und vom gleichen Verein Gerd Beyer mit 501 Holz Bronze gewinnen.
Am Nachmittag fanden auch die Mannschaftswettbewerbe statt.
Neun Vierer-Mannschaften kämpften mit jeweils 100 Wurf in die Vollen um die begehrten Trophäen.


Sachsen ging mit 3 Mannschaften an den Start. Lok Chemnitz belegte am Schluß mit 1867 Holz Platz 3.
Die beiden anderen Vertretungen belegten nur Platz 8 und 9.


Am Sonnabend trafen dann die besten körperbehinderten Kegler Deutschlands in ihren verschiedenen Schadenklassen aufeinander.
In der Wettkampfklasse 1 Herren wurde Peter Hiller mit 407 Kegel Dritter. Nur 1 Holz fehlte zu Silber.


Bei den Senioren erreichte Bernd Wagner mit 390 Holz die Bronzemedaille. Peter Weihmann belegte mit 375 Holz den undankbaren 4. Platz.
Bei den Seniorinnen dieser WK konnte Roswitha Silbersack (VfB Lengenfeld) mit 366 Holz die Silbermedaille gewinnen.


In der Wettkampfklasse 2 Herren konnte die Kegler Sachsens zwar keinen vorderen Platz belegen, der 5. und 6. Platz sichert aber im kommenden Jahr 3 Startplätze.


Bei den Seniorinnen der WK 3 konnte Heidemarie Krause vom Neustädtler Verein mit 399 Holz ihren Titel verteidigen und Gold gewinnen. Bei den Senioren holte sich Andreas Klemm (KV Bautzen West) mit 351 Holz Silber. 5 Holz mehr und es wäre Gold geworden.


Wie in jedem Jahr ist die WK 4 (allg. Behinderungen), sowohl bei Frauen, als auch Männer mit dem größten Starterfeld vertreten.
Deshalb ist die Leistung von Pia Herzog (KV Bautzen West) hoch einzuschätzen. Bis zur Hälfte lag sie auf Goldkurs, brach dann ein und gewann Silber. 5 Holz mehr hätten zu Gold gereicht.
Dafür konnte Dorit Rothe (Großschweidnitz-Löbau) über sich hinauswachsen und mit 432 Holz die Goldmedaille gewinnen. Margit Götze (Einheit Süd Chemnitz) erreichte mit 308 Holz nur Platz 11, aber der Klassifizierer Dr. Haack würdigte ihre schwere Behinderung und stufte sie für die Zukunft in die WK 1 um.


Bei den Herren und Senioren lief es nicht so erfolgreich. Detlef Schierz (KV Bautzen 51), der Überraschungssieger der Landesmeisterschaft, erreichte mit 439 Holz leider nur Platz 4.
Ganze 2 Holz fehlten zu Bronze.


Auch Michael Fichte (KV Bautzen West) fehlten am Ende nur 5 Holz zu Platz 6, welcher einen zusätzlichen Startplatz gebracht hätte.
Bei den Senioren belegte Dieter Rudolf mit 436 Holz Platz 5. Rüdiger Bouillon, als Ersatz für den erkrankten Sachsenmeister Dieter Mielke (RW Werdau) am Start, konnte sein Leistungsvermögen leider nicht abrufen. 408 Holz reichten nur zu Platz 8.


In der WK 8 Herren erreichte Falk Neumann (Koweg Görlitz) mit guten 574 Holz die Goldmedaille.
Frank Fabian (Königswarthaer SV), erstmals Teilnehmer an einer DM, kam unter 11 Teilnehmern und mit 530 Holz auf Platz 5. Ein schöner Achtungserfolg.


Der Mannschaftswettkampf der 12 Sechsermannschaften versprach am Sonntag ebenfalls viel Spannung.
Für die beiden sächsischen Vertretungen ging es um die Frage, ob sich eine Mannschaft unter den ersten sechs Mannschaften platzieren kann, um im kommenden Jahr wieder 2 Startplätze für Sachsen zu sichern. Dieses Ziel ging am Ende mehr als auf.
Nach einem spannenden Finale konnte der KV Bautzen West mit 2552 Holz sogar die Bronzemedaille erringen.
An diesem Ergebnis haben mitgewirkt: Dieter Rudolf mit 442 Holz. Peter Hiller und Andreas Klemm merkte man an, daß sie Schwierigkeiten hatten. Sie erzielten 370 bzw. 371 Holz. Damit rutschte Bautzen auf Platz 10. Dann begann die Aufholjagd. Frank Hoppe spielte 459, Michael Fichte 449 und zum Schluss René Hollstein 461 Holz.
Leider konnte Eilenburg nur Platz 9 erspielen.
Die Starter im Einzelnen: Peter Weihmann 331 Holz, Joachim Klöden 386, Siegfried Meier 386, André Mund 420, Bernd Wagner 360 und zum Schluss noch André Vogel mit sehr guten 456 Holz. Das ergab 2413 Holz. Das war insgesamt zu wenig, um eine bessere Platzierung zu erreichen.
Beide Mannschaften müssen sich um ihren Nachwuchs Gedanken machen. Insbesondere um die schwer behinderten Spieler langfristig zu ersetzen. Eine Zusammenlegung und Bildung einer Auswahl macht angesichts der vorhandenen Handicap-Punkte keinen Sinn.


Erfreulich, daß die Starterinnen aus Westsachsen Überlegungen anstellen, künftig auch mit einer Frauenmannschaft das Spielgeschehen zu bereichern.
Bleibt noch anzumerken, daß die ganze Vorbereitung und Durchführung der DM wohltuend entspannt verlief. Karl-Heinz Schmidt und Joachim Gebauer hatten die Situation jederzeit im Griff, obwohl auch wir Sachsen durch Spielerausfälle, Nachmeldungen u. ä. es ihnen nicht leicht gemacht haben.
Übrigens sind in diesem Jahr erstmals, neben den Ergebnissen auch ein Bericht und Fotos veröffentlicht. https://www.dbs-npc.de/nachrichten-kc/items/DM2018_Kegeln_Classic_Ergebnisse.html
Leider hatte sich der Gastwirt nicht so im Griff.
Spieler, die berechtigte Kritik äußerten, wurden mit Wörtern, die mit „A…“ anfangen und mit „… öcher“ enden oder mit „W…“ anfangen und mit „…ichser“ enden, beschimpft. So etwas geht einfach nicht.


Frank Bullmann
Landesfachwart Kegeln im SBV e.V.


Dateien:
Bericht_DM_2018.pdf368 K

Designbild: Behindertensport Sprinter