Sie befinden sich hier: Startseite > Aktuelles > Inklusionspreise Sport 2022 gehen nach Chemnitz, Hoyerswerda und Radeberg

Schriftgröße anpassen

Icon Lupe plus abc Icon Lupe minus

25.11.2022 | Inklusionspreise Sport 2022 gehen nach Chemnitz, Hoyerswerda und Radeberg

Der SBV hat drei sächsische Sportvereine mit dem „Inklusionspreis Sport für sächsische Vereine“ ausgezeichnet. Die Preisträger sind der SV Liegau-Augustusbad 1951 e.V. aus Radeberg, die FSG Medizin Hoyerswerda e.V. sowie der Triathlon Chemnitz e.V., die sich auch über jeweils 3.000,- Euro – gestiftet von Porsche – freuen können.

Zum dritten Mal hat der Sächsische Behinderten- und Rehabilitationssportverband (SBV) am 24. November in Leipzig den „Inklusionspreis Sport für sächsische Vereine“ verliehen. Nach einer mehrwöchigen Bewerbungsphase und dem anschließenden Votum der Fachjury stehen nun die drei Preisträger fest. Die drei ausgezeichneten Sportvereine erhalten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro, das von Porsche gestiftet wurde.

Die Fachjury mit Vertretern aus Sport, Medien, Sport und Gesellschaft hat sich in diesem Jahr entschieden, in der Kategorie der Vereine über 100 Mitglieder zwei Hauptpreise zu vergeben. Hinzu kommt ein Sonderpreis für einen weiteren Verein. In der Kategorie der Vereine bis 100 Mitglieder wurde kein Preis vergeben.

Einer der beiden Hauptpreise geht an den SV Liegau Augustusbad 1951 e.V. Dieser 1951 gegründete Sportverein aus Radeberg hat 274 Mitglieder und sich dem inklusiven Sportreiben verschrieben. In der Fußballabteilung gibt es neben der Herrenmannschaft und den Jugendmannschaften ein Unified Team, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam spielen und an Turnieren teilnehmen sowie eine altersgerechte Walking-Fußball-Gruppe, die auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Teilhabe an diesem Sport ermöglicht. Neben dem Fußball gilt das Hauptaugenmerk des Vereins dem Breitensport. Gemeinsam mit dem Epilepsiezentrum Kleinwachau werden Tischtennis, Bowling und eine freie Sportgruppe angeboten. Dabei steht der inklusive Charakter der Angebote im Fokus, damit gleichermaßen Menschen mit und ohne Behinderung daran teilnehmen können.

 Mit dem zweiten Hauptpreis wird die FSG Medizin Hoyerswerda e.V. ausgezeichnet. Mit niedrigschwelligen Angeboten außerhalb des Leistungssports erreicht der 1958 gegründete Verein mit seinen Bewegungsangeboten jede Woche 400 bis 500 Menschen von fünf bis 95 Jahren. In den letzten Jahren hat sich der Verein noch stärker auf die Inklusion unter sozialen Gesichtspunkten fokussiert. Die Angebote des Vereins bieten einen leichten Einstieg in die sportliche Aktivität und fördern so individuelle Lebensqualität und gesellschaftliches Miteinander. Durch Aktionstage und Gesundheitssymposien, die Beteiligung an Inklusionsprojekten und durch den Austausch mit örtlichen Selbsthilfegruppen ist der Verein aus der regionalen Sportlandschaft nicht mehr wegzudenken. Jüngster Meilenstein war die Eröffnung des barrierefreien FSG-Zentrums im Zentrum von Hoyerswerda vor einigen Wochen, das durch hunderte Arbeitsstunden vieler der rund 340 Mitglieder aus drei leerstehenden Ladengeschäften entstand.

Den Sonderpreis für ein besonders förderungswürdiges Projekt erhält der erst im Juli 2021 – mitten in der Coronapandemie – gegründete Triathlon Chemnitz e.V. Er ist der erste eigenständige Triathlonverein in Chemnitz und steht allen Interessierten offen – unabhängig von Alter, Leistungsniveau oder körperlichen bzw. geistigen Beeinträchtigungen. Die Aktiven des Vereins sind zwischen sieben und 61 Jahren alt. Trotz seines erst kurzen Bestehens konnte der Triathlon Chemnitz e.V. bereits vielbeachtete Erfolge feiern, unter anderem den zweiten Platz eines erst 11-jährigen Sportlers mit seiner Para-Mixed-Staffel bei den Finals in Berlin in diesem Sommer. Kooperationspartner bei der Nachwuchsgewinnung sind unter anderem eine Blinden- und Sehbehindertenschule sowie eine Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Am letzten Tag dieses Jahres richtet der Triathlon Chemnitz e.V. erstmals den Chemnitzer Silvesterlauf aus.

SBV-Vizepräsidentin Simone Zimmermann, die auch der Jury angehörte: „Unsere diesjährigen Preisträger leben Inklusion mit ganz unterschiedlichen Ansätzen – im Wettkampfsport, Breitensport oder Gesundheitssport. Eines eint sie jedoch: Mit kreativen Ideen, viel Leidenschaft und tollen Konzepten wollen sie Barrieren im Sport abbauen, damit jeder, der Sport treiben möchte, dazu auch Gelegenheit findet.“

Gerd Rupp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Porsche Leipzig GmbH ist von der Vereinsarbeit der Gewinner überzeugt: „Inklusion im Sport leistet einen wichtigen Beitrag zur Vielfalt und Chancengleichheit in unserer Gesellschaft. Die diesjährigen Preisträger haben durch ihre nachhaltigen Ideen und Ansätze gezeigt, wie integrierende Vereinskultur umgesetzt und gelebt wird. Mit dem Inklusionspreis erhalten die Vereine Sichtbarkeit, damit sie Vorbild für andere sein können. Das stärkt die gesellschaftliche Teilhabe an Sportangeboten sowie das Selbstverständnis von Inklusion. Es ist uns eine Herzensangelegenheit dieses Engagement zu unterstützen.“

Der „Inklusionspreis Sport 2022 für sächsische Vereine“ ist Bestandteil des SBV-Projektes „miss – Mehr Inklusion im Sport in Sachsen.“ Dieses wird von der Aktion Mensch gefördert.

 Foto 01: Die Vertreter der Preisträger (vlnr) Danny Ehrler/Chemnitz, Anke Stefaniak/Hoyerswerda, Dr. Tobias Rebs/Liegau-Augustusbad

Foto 02: vlnr. SBV-Vizepräsidentin Simone Zimmermann, Danny Ehrler/Triathlon Chemnitz, Natalie Rosanski/Porsche Leipzig GmbH, Michael Welsch/Sachsens Landesbeauftragter für Inklusion der Menschen mit Behinderungen

Foto 03: Dr. Tobias Rebs/SV Liegau-Augustusbad im Gespräch mit MDR-Sportmoderatorin Eike Papsdorf, rechts im Bild Natalie Rosanski/Porsche Leipzig GmbH

Foto 04: Anke Stefaniak/ FSG Medizin Hoyerswerda nimmt die Glückwünsche von Michael Welsch engegen, rechts im Bild Natalie Rosanski/Porsche Leipzig GmbH




Designbild: Behindertensport Sprinter