Nachrichten aus dem Behindertensport
Winter-Paralympics 2026: Hohe Niederlage im Para Eishockey
Das erste Spiel bei den Paralympics seit zwanzig Jahren endete für die deutsche Nationalmannschaft mit einer hohen Niederlage. China war der erwartet starke Gegner und siegte souverän mit 12:0. Mut machen dürfte der deutschen Mannschaft zumindest die Leistung im zweiten Drittel. Der guten Stimmung tat das Ergebnis ohnehin keinen Abbruch, das deutsche Team war begeistert von der Kulisse in Mailand.
Die Rollen waren vor dem Spiel klar verteilt. China der große Favorit und auf der anderen Seite die deutsche Mannschaft, die durch einen überraschenden fünften Platz bei der WM 2025 nach zwanzig Jahren auf die ganz große Bühne der Paralympics zurückkehrt. Vor knapp 3.000 Menschen durfte das Team von Peter Willmann nun in Mailand auflaufen. Im Publikum saßen unter anderem die DBS-Vize-Präsidentinnen Anja Surmann und Katja Kliewer sowie Ehrenpräsident Friedhelm Julius Beucher - gewohnt lautstark mit Tröte und Deutschlandfahne. „Es war eine super Stimmung im Stadion, es hat viel Spaß gemacht, hier zu spielen“, freute sich Kapitän Jan Malte Brelage.
Die Unterstützung von den Rängen war auf jeden Fall nötig gegen ein chinesisches Team, das bei den vergangenen Paralympics vor heimischem Publikum die Bronzemedaille geholt hatte. Gegen Deutschland legte China in den ersten Minuten erwartet druckvoll los, der Außenseiter wusste sich jedoch durchaus zu wehren und konnte sich zusätzlich auf ihren Torhüter Simon Kunst verlassen.
Trotzdem schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis der Favorit aus China das erste Tor erzielen würde. Nach gut sechs Minuten war es dann so weit. Die Führung war verdient, in der Entstehung aber äußerst unglücklich aus deutscher Sicht. Nach einer unübersichtlichen Situation vor dem Tor sprang der Puck schließlich von Simon Kunst selbst über die Linie. China blieb in der Folge dominant und stellte bis zur ersten Drittelpause auf 5:0.
Doch Trainer Peter Willmann hatte wohl die richtigen Worte gefunden, denn das zweite Drittel gestalteten seine Spieler deutlich ausgeglichener. China blieb zwar spielbestimmend und erzielte nach etwa fünf Minuten das 6:0, doch auch die deutsche Mannschaft kam nun zu Chancen. Jano Bußmann und Bernhard Hering verpassten es jedoch, den Ehrentreffer zu erzielen. „Wir hatten in jedem Drittel gute und schlechte Phasen. Wir sind teilweise in alte Muster gefallen, so dass jeder individueller agiert, anstatt im System und Block zu bleiben“, berichtete Peter Willmann. Die Chinesen nutzten eine solche Schwächephase im zweiten Drittel, um auf 8:0 zu stellen.
Das war möglicherweise ein Wirkungstreffer, denn im letzten Drittel verschoben sich die Kraftverhältnisse wieder eindeutig zugunsten Chinas. Nach knapp sechs Minuten hatte der Favorit bereits auf 12:0 gestellt. Erst danach fing sich die Mannschaft von Peter Willmann wieder und war sogar ganz kurz davor, den ersten eigenen Treffer zu erzielen. Jan Malte Brelage traf jedoch bei der besten deutschen Chance nur den Pfosten.
So muss das deutsche Nationalteam weiter auf das erste eigene Tor bei den Paralympics warten. Der Blick geht nun nach vorne auf das nächste harte Duell gegen die übermächtige USA (9. März, 17.05 Uhr). „Die Amerikaner sind noch eine Klasse besser als die Chinesen. Da müssen wir noch enger vor dem Tor stehen und noch disziplinierter zurückfahren. Wir müssen gerade bei Kontern schneller die Räume zu machen und konsequenter gegen den Körper gehen“, betont Jan Malte Brelage. Dann klappt es vielleicht auch mit dem ersten eigenen Treffer. „Die Leute sind bei unseren Chancen total mitgegangen. Wenn wir diese nutzen, rastet das Publikum total aus. Das pusht uns und daher freuen wir uns auf die nächsten Spiele“, sagt Jan Malte Brelage.
Text: Paul Foreman / DBS
Foto: Ralf Kuckuck / DBS
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