Paralympics Nachrichten

Malte Brelage. Foto: Ralf Kuckuck / DBS
Malte Brelage. Foto: Ralf Kuckuck / DBS

Winter-Paralympics 2026: Deutsche Vollzeit-Arbeiter chancenlos gegen aktuellen Paralympics-Champ

Die deutsche Para Eishockey-Nationalmannschaft hat das zweite Gruppenspiel gegen Paralympics-Sieger USA erwartungsgemäß verloren. 0:13 (0:6, 0:5, 0:2) leuchtete es am Ende auf der Anzeigetafel in der Mailänder Arena, wobei das Team von Peter Willmann das Duell gegen die beste Mannschaft der Welt schnell abhaken muss. Denn weiter geht es schon in wenigen Stunden mit dem Highlight gegen Gastgeber Italien.

Der Spielverlauf ist schnell erzählt: Die USA legten von Beginn an mit großer Power vor, erzielten bereits nach knapp einer Minute die frühe Führung und dominierten die Partie in allen Bereichen nach Belieben. Das war keine Überraschung, zu gut sind die US-Amerikaner. Eine Sensation wie vor 20 Jahren in Turin, als Deutschland die USA mit 2:1 bezwang, war schon im Vorfeld ausgeschlossen. Zu groß sind die Unterschiede im Kräfteverhältnis.

„Die Amerikaner verdienen damit ihr Geld und sind den ganzen Tag auf dem Eis. Wir sind Vollzeit-Arbeiter und messen uns mit Vollzeit-Profis, das sieht man dann auch am Ergebnis“, sagt Felix Schrader (29) von den Hannover Ice Lions, der Ende des ersten Drittels den ersten und einzigen deutschen Torschuss der Partie markierte. Da stand es allerdings schon 0:6 aus deutscher Sicht. „Wir hatten trotzdem ein paar gute Aktionen. Uns zeichnet aus, dass wir auf dem Eis weiter Spaß haben, wir saugen das auf und nehmen die Erfahrung mit.“

Im zweiten Drittel trafen die Amerikaner fünfmal, im Schlussdrittel noch zweimal. Deutschland wehrte sich nach Kräften, erzielte jedoch keinen Ehrentreffer mehr – im Gegensatz zu den Italienern, die ihr Match gegen die USA mit 1:14 verloren. Cheftrainer Peter Willmann: „Wenn man gegen die Nummer eins der Welt spielt, weiß man, was einem blüht. Sie kommen von Anfang an mit Highspeed und haben generell das höchste Tempo, dass es gibt in diesem Turnier. Die Amerikaner haben dann heruntergefahren, wir uns im Spielverlauf besser positioniert und dann ging es etwas besser.“ Für sein Team sei das ein Lernprozess, sagt Willmann: „Wir können das einordnen. Daher sind wir auch nicht niedergeschlagen und es ist auch keine Blamage.“

Der Jüngste im deutschen Para Eishockey-Team, der am Spieltag seinen 19. Geburtstag feierte, hätte gerne ein Tor erzielt gegen den Paralympics-Sieger, wenngleich ihm das verwehrt bliebt: „So ein Duell zum Geburtstag ist trotzdem ein schönes Geschenk und macht Spaß.“ Die Kampfansage des Bergneustädters, der für den TuS Wiehl spielt, kam gleich hinterher: „Unser Ziel ist jetzt, dass wir wie bei der WM im Vorjahr die letzten drei Spiele gewinnen und den fünften Platz klarmachen.“

Nach dieser Rechnung muss der erste Sieg bereits am Dienstag her, wenn Deutschland im letzten Gruppenspiel auf Gastgeber Italien trifft. Los geht es bereits um 10.05 Uhr – nur wenige Stunden nach dem Ende der heutigen Partie. Die Entscheidung, ob das Team von Peter Willmann letztlich um Platz fünf oder Platz sieben spielt, fällt jedoch erst im Überkreuzspiel am Donnerstag – entweder gegen den Dritten oder Vierten der anderen Gruppe, Japan oder Slowakei.

Text: Kevin Müller / DBS

Foto: Ralf Kuckuck / DBS
 

Zusätzliche Informationen

Datum
Kategorie
Aktuelles SBV Paralympics Behindertensport

Allgemeine Infos

Das sind die paralympischen Spiele

Die paralympischen Spiele sind der sportliche Höhepunkt für die weltbesten Sportler*innen mit einer Behinderung. Hauptsächlich treten Menschen mit einer körperlichen Behinderung bei den Paralympics an. Jedoch gehen auch Menschen mit einer Sehbehinderung (z.B. in den Sportarten Goalball, Para Schwimmen, Para Leichtathletik) oder mit einer geistigen Behinderung (z.B. Para Leichtathletik, Para Tischtennis, Para Schwimmen) an den Start. Dagegen starten Gehörlose bei den Deaflympics. Für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung veranstaltet Special Olympics die sogenannten Weltspiele.

Geschichte

Die ersten Paralympischen (Sommer-)Spiele fanden 1960 statt. Der Ursprung geht allerdings bis zum 28. Juli 1948 zurück. An diesem Tag fanden die 1. Sportspiele für Rollstuhlfahrer, die sogenannten Stoke Mandelville Games, parallel zu den olympischen Spielen von London statt.

IPC & NPC

Die paralympischen Spiele werden vom Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) organisiert. Die Spiele sind in Sommer- und Winterspiele aufgeteilt. Sie finden im gleichen Jahr und am gleichen Ort der olympischen Spiele statt.

Die Funktion des Nationalen Paralympischen Komitee (NPC) übernimmt in Deutschland der Deutsche Behindertensportverband (DBS). Der DBS ist Mitglied im NPC und der Dachverband des SBV.

Chancengleichheit durch Klassifizierung

Bei den Paralympischen Spielen gibt es ein Klassifizierungssystem, das die Sportler in unterschiedliche Kategorien einteilt. Je nach Art und Ausprägung der Behinderung starten die Sportler*innen in den jeweiligen Sportarten in unterschiedlichen Behinderungsklassen. Das Klassifizierungssystem soll Chancengleichheit in den Wettkämpfen ermöglichen.

Im Weitsprung werden Sportler*innen beispielsweise in vier unterschiedliche Kategorien unterteilt. Athleten mit: visueller Beeinträchtigung, intellektueller Beeinträchtigung, koordinativer Beeinträchtigung und unterschiedlichem Grad von Amputation bzw. einer anderen Beeinträchtigung. Athleten mit einer Bein- oder Fußprothese ist es freigestellt, mit welchem Bein sie abspringen.

Die nächsten paralympischen Spiele

Sommer-Paralympics 2024: 28. August bis 8. September 2024 in Paris (Frankreich)

Winter-Paralympics 2026: 6. bis 15. März 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo (Italien)

Sommer Paralympics 2028: 22. August bis 3. September 2028 in Los Angeles (USA)

Paralympics - Spitzensport im Behindertensport